Preußisches Bleisatz-Magazin
Vom Kommenden

Mit dem Knoefel-Antrieb durch den Hyperraum 4.644 views 3

Oder: Wunschdenken des Oberstleutnant Preuß

„Mir ist schlicht gleichgültig, woher Sie uns die 40.000 Hektoliter Klean-Prep besorgen und wie sie sie durch die Belagerungsfront der Carcinomi-Truppen zu uns auf die Basis schaffen. In 24 Stunden brauchen wir sie hier, sonst kann Oberstleutnant Preuß nicht starten. Das Zeitfenster für den Knoefel-Antrieb wurde bereits am 15. Juli termingerecht geöffnet und läßt sich nicht ewig auf Stand-by halten. Die Controller werden uns Schwierigkeiten machen, sofern Preuß nicht sehr bald startet.“, schnauzt Generalissima Alessandre und streicht ungeduldig ihre widerspenstigen Naturlocken aus der Stirn.

Der Konferenzraum der intergalaktischen Konföderation im 8. Stock des CA-Kongresszentrums ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Vorn, leicht an der schwarzen Augenklappe zu erkennen, der Oberstleutnant. Hingerissen hinreissend lauschend, den Kopf leicht gesenkt, das Hörgerät dezent mit der halb gerundeten Hand hinter dem Ohr verstärkend. „Mit Verlaub, wertes Auditorium. Nachdem wir den Starttermin nunmehr zweimal verlegt haben, muß ich auf den umgehenden Beginn des Projektes FTCD (Fuck The Cancer Dragon“ nunmehr bestehen. Die Knoefel-Methode zur Durchdringung des Hyperraumes ist erprobt. Wir haben ein bewährtes Team erfahrener Piloten und Kämpfer an Bord der Fähre. Nun gilt es. Ich will’s jetzt wissen.“

Sista Act, die Leiterin der Aktionsfront Anästhesiakum übernimmt das Stichwort des Generaloberst. „Von unserer Seite aus ist alles klar. Sie, Oberstleutnant, werden von uns, wie zugesagt, die Doppeldröhnung bekommen. Und wir werden Sie pünktlich zum Start erfolgreich wegschießen.“ – „Ich verlasse mich darauf, Sista.“, knurrt Preuß sie an. „Ich habe keine große Lust, mitten im Hypersprung in den Normalraum zurückzuwechseln.“

„Was ist mit der RadioShow? Steht das Equipment? Sind die Woofer bereit?“ – „Wir sind immer bereit, Oberstleutnant.“, winkt Fürst X-Ray mit dem legendären 9er Eisen, mit dem er damals, vor zwei Generationen des Technologiesprungs, also vor gut fünf Jahren, den entscheidenden Zugang zu den Sinusoiden schlug.

„Gut. Generalissima Alessandre, sind Sie wirklich sicher, daß wir kein PIB (Psychiatrisches Intensivbett) brauchen? Sie sehen doch selbst, wie durchgeknallt der Oberstleutnant schon hier im Normalraum ist. Was, wenn eine Komplikation im Hyperraum oder mit dem Knoefel-Antrieb…“

Die dunkelbraunen Augen der Generalissima verändern ihre Konsistenz zu dunklem Eiskonfekt. „Zunächst einmal, werte Sista, gibt es keine zu erwartenden Komplikationen mit dem Knoefel-Antrieb. Dieses Verfahren ist seit… ja, ja, schon gut. Bekannt. Die Psyche des Oberstleutnants ist durchaus stabil. Abgesehen von leichten, durchaus nachvollziehbaren Aussetzern aufgrund der nicht erwarteten Startverschiebungen. Somit reicht ein Platz auf ITS – als reine Absicherungsmaßnahme, wie ich noch einmal betonen möchte – völlig aus.“

Ein Raunen nähert sich. Durch den breiten Bogengang betritt Er die Heiligen Hallen. (Kommentar des Lektorats: Verwechslungsgefahr. Gemeint ist nicht Er, sondern Butch – umschreiben, bitte.).

Ein Raunen geht durch die Reihen der Anwesenden. Das Tor der Heiligen Hallen öffnet sich langsam. Butch durchschreitet die Vorhalle. Butch Scarbody, der Meister der Klingen.

„Erzähl‘ er mir jetzt nichts von Verschiebung, Butch.“. Oberstleutnant Preuß fixiert den Meister. Der erhöht die Spannung, blättert in der Leitz-Hängeregistratur, zieht seinen Pager zu Rate – No Message To Display. Endlich registriert er die Versammlung, verneigt sich, lächelt freundlich in die Runde.

„Nun, Oberstleutnant. Wir können. Es geht los. Und zwar jetzt sofort. Schlucken Sie diese M-Tabs. Und hier Ihr Sleeper. Zusätzlich zur abgesprochenen Dröhnung. Alles klar.“

Laß angehen, Meister. Let’s take off!
Öffnet die Startdüsen, das Klean-Prep wirkt schnell.

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  1. Kommentar by Du Huhn — 19. Juli 2010 @ 00:00

    Na, hoffentlich geht das Wunschdenken in Erfüllung! Ich wünsche dir sehr, dass die Warterei ein Ende hat… Viel Glück für den Oberleutnant, guten Flug und gute Mission und ja, bringe ruhig ein bisschen Liebe mit, kann nicht schaden und als Herzensbrecher bist du dafür prädestiniert! Mach`s gut = Mach das ja gut!!!
    Gudrun
    Ich dachte schon, du seist mit Floppy durchgebrannt!

  2. Kommentar by floppy — 19. Juli 2010 @ 11:03

    nene, floppy sitzt brav zu Hause und drückt alle Daumen und guggt, ob alle Schutzengel am Start sind :). Wir können unseren Georg doch net ohne Aufsicht lassen.

    *freigeschaltet von H.

  3. Kommentar by Lara — 19. Juli 2010 @ 20:20

    *argl
    jetzt ist’s schon nach achte.
    prof. dr. knoefel, ich hätte gern ‚ne dröhnung
    und ein pib für heut‘ nacht, bitte.

    *freigeschaltet von H.

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