Preußisches Bleisatz-Magazin
Stimmungsbilder

Geburtstag 17.274 views 41

Hallo Dad,

es ist mitten in der Nacht und vermutlich wäre das Erste, was du mir sagen würdest, wenn du das hier liest, dass ich endlich ins Bett gehen soll. Stattdessen sitze ich hier und schreibe dir diese Zeilen, weil heute dein Geburtstag ist. Ich frage mich, wo du gerade bist und mit wem du feierst. Du hast immer so getan, als wäre es dir am liebsten, wenn jeder deinen Geburtstag ignoriert. Vielleicht wolltest du deinen Mitmenschen damit die „Pflicht“ erleichtern, an deinen Geburtstag zu denken. Um Parties hast du dich nie selbst gekümmert – das haben andere gemacht, damit du weiterhin so tun konntest, als ob Geburtstage ganz unwichtig seien. Wenn es dann soweit war und die Familie eintrudelte, hast du immer ganz pikiert getan. Das sei doch nicht so wichtig und überhaupt sei das doch ein Tag wie jeder andere auch. Versteckt in deinen Mundwinkeln war aber ein Lächeln, das halb aus Zufriedenheit und halb aus Freude bestand. Alle, die dir wichtig waren, waren da: Deine Frau, deine Kinder, deine Schwestern und deine Mutter.

Es gab entweder Kuchen (die heißgeliebte Buttercremetorte) oder dein Lieblingsessen: Kartoffelsalat mit Frikadellen. Konnte niemand so gut zubereiten wie Mama, was dir auch immer bewusst war, aber ich glaube, gerade sitzt du irgendwo mit deinem Vater und isst den gebratenen Fisch, den ihr selbst geangelt habt. Natürlich so, wie echte Männer das machen: Über dem Feuer gegart und mit einem Jagdmesser gegessen – wer braucht schon Besteck.

Es ist ungewohnt für mich, deinen Geburtstag nicht mit dir verbringen zu können und der Platz, den du zurückgelassen hast, wirkt dadurch noch leerer. Ich weiß, ich spreche für alle, wenn ich dir sage, wie sehr wir dich vermissen, aber lass dir davon jetzt nicht die Laune vermiesen – wir kommen schon irgendwie klar.

Statt dir alles Gute zum Geburtstag zu wünschen, wünsche ich dir alles Gute für die Zeit, die du jetzt hast. Dir gehts dort sicher gut, auch wenn du dort nicht mehr mit uns diskutieren kannst.

Ich vermisse dich.

Deine Tochter.

  1. Kommentar by G. Voost — 27. Juli 2010 @ 08:23

    Ihr Vater hat vor einiger Zeit einen Kommentar zu dem Endlichkeitsthema auf meiner Seite eingestellt. Der ist wunderschön. Bitte lesen Sie ihn doch hier:

    http://horus-hamburg.de/modules/news/article.php?storyid=21&location_id=561&com_mode=thread

    G.V.

  2. Kommentar by Gudrun — 28. Juli 2010 @ 21:34

    Heute war ich in Ratingen bei dem Bauern Nähe Esprit frühstücken und es ist da genau so, wie Georg es hier vor kurzem beschrieben hat: sehr schön!!! Dort konnte man selber Sonnenblumen schneiden und da habe ich welche für Georg geschnitten und werde sie ihm am Freitag bringen. Ich hoffe, liebe Floppy, dass dir eine Sonnenblume auch recht ist und die Steine vom Rhein natürlich dazu…
    Heute Abend war ich mit einer Freundin auf der anderen Rheinseite und da konnten wir einen schönen Sonnenuntergang sehen…
    Und ich der Technik nicht gewachsene Frau will jetzt hier Fotos einfügen und schaffe es nicht – Mannooooo!!! Ich will das jetzt aber – nein Georg – das findest DU jetzt bitte nicht niedlich!!!

  3. Kommentar by Hannah — 28. Juli 2010 @ 21:45

    Gudrun, du kannst mir gerne die Fotos per E-Mail zukommen lassen, dann füge ich sie hier ein. HannahKraus@gmx.de

  4. Kommentar by Hannah — 28. Juli 2010 @ 21:59

    Hier Gudruns Frühstücksort: http://aheadwork.de/wp-content/uploads/IMG_5704.jpg

    Und hier der wirklich wundervolle Sonnenuntergang: http://aheadwork.de/wp-content/uploads/IMG_5706.jpg

  5. Kommentar by Gudrun — 28. Juli 2010 @ 22:04

    Danke, liebe Hannah, wir wollen Georg ja nicht den Spaß an den Unzulänglichkeiten der Frauen verderben, aber wunderbar, wenn Frauensolidarität die Fotos an die richtige Stelle bringt…. danke!!!
    Gudrun

  6. Kommentar by Thomas — 28. Juli 2010 @ 22:54

    Och wie schön! Hier in Mondorf hat es um 21.21 Uhr schwer gekracht und geschüttet. Saß aber trotzdem am Rhein.

  7. Kommentar by Floppy — 29. Juli 2010 @ 16:51

    Liebe Gudrun,
    eine Sonnenblume ist mir auch recht.

  8. Kommentar by Floppy — 29. Juli 2010 @ 20:54

    Liebe Hannah, liebe Familie Kraus,
    da ich aus bekannten Gründen leider nicht an der Beisetzung teilnehmen kann möchte ich Ihnen hier kurz sagen, dass ich in Gedanken da sein werde. Gudrun wird sich auch in meinem Namen von Georg verabschieden.
    @Hannah – bitte beantworte meine E-Mail.
    Traurige Grüße
    floppy

  9. Kommentar by thomas gravemaker — 29. Juli 2010 @ 21:01

    Hannah und Familie Kraus,

    Georg was always signing Gott gruss die Kunst, I’m sure that tomorrow Gott will greet Georg! What a sad thought though. Liebe und traurige Grusse aus Paris.
    Thomas

  10. Kommentar by Gudrun — 29. Juli 2010 @ 21:34

    Ich packe ein Geschenk ein:
    drei Steine vom Rhein
    für Floppy, Thomas und mich.
    ich lege einen weißen Zettel darauf:
    nicht müde werden,
    sondern dem Wunder
    leise
    wie einem Vogel
    die Hand hinhalten
    Es ist von Hilde Domin und
    ich druckte es mit einem Bleisatz,
    ich schickte es Georg gegen den schwarzen Vogel.
    Ich wickel das alles in ein graues,
    handgeschöpftes Papier,
    auf dem ich letzten Sonntag
    mit Georgs roter Farbe und
    mit Georgs drei verschiedenen Holzletternsätze
    meinen Namen druckte.
    Da war ich stolz und voller Hoffnung
    es Georg irgendwann zeigen zu können.
    Ich war gedanklich bei Georg
    beim Drucken
    Ich war voller Zuversicht
    beim Drucken…
    Ein handgesponnener Seidenfaden
    umwickelt das Paket,
    hält es zusammen…
    Es ist ein Geschenk!

    Er war und bleibt ein Geschenk!

  11. Kommentar by Thomas — 29. Juli 2010 @ 22:54

    Gudrun, wie schön… Allein deshalb lohnt es sich, dass ich noch nicht schlafe!
    Ich denke morgen (leider beim Arzt) mit einer Träne im Auge an Euch.

  12. Kommentar by Hannah — 30. Juli 2010 @ 15:30

    Danke an Gudrun, Julia und Rudi, dass ihr da gewesen seid. Und danke auch an alle anderen, die in Gedanken dabei gewesen sind. Es war eine schöne Beerdigung, die ihm sicher gefallen hätte und selbst der Regen hielt sich in dieser Zeit zurück.

  13. Kommentar by Gudrun — 30. Juli 2010 @ 17:55

    Ja, es war eine schöne Beerdigung! Eine sehr persönliche Ansprache, aus der viel von Georg sprach. Wir haben ihn in unser Herz gelassen, so war eine Formulierung, und deshalb wird er da auch bleiben…
    Gaaanz hinten auf dem Südfriedhof, in Richtung Rhein, an einem schönen Platz liegt er nun. Und der Baum, den er hier für sein „Vom Kommenden“ fotografiert hatte, steht wirklich da und ist sehr schön…
    Eben habe ich ihn noch mal besucht, es ist sehr friedlich da…
    Danke, dass wir dabei sein konnten, es hilft zu begreifen!
    Gudrun

  14. Kommentar by Hannah — 30. Juli 2010 @ 20:52

    Ja, der Baum steht wirklich da und ich glaube, dass mein Vater viel eher dort sitzen würde – deswegen legte ich meine Blume auch unter eben diesen Baum. Begreifen kann ich noch immer nicht wirklich, aber langsam akzeptiere ich ..

  15. Kommentar by gudrun — 31. Juli 2010 @ 12:50

    @ Thomas: ich wünsche dir eine gute, erholsame Zeit, ich hoffe du hast alles gut geregelt gekriegt. Auch ich fahre Morgen weg und werde mich hier wieder melden, wenn ich zurück bin. Keiner von uns macht wohl eine so lange Reise wie Georg… Wenn du wieder da bist und Zeit findest, sehen wir uns mal!
    Gudrun

  16. Kommentar by Thomas — 31. Juli 2010 @ 17:02

    @ Gudrun: Vielen Dank für die guten Wünsche. Ich denke, es klappt alles. Auch Dir wünsche ich einen schönen erholsamen Urlaub. Ich werde sofort nach dem Urlaub die Zeilen setzen und nach dem Drucken müssen wir sie ihm bringen.
    @ Hannah: Auch Dir wünsche ich Kraft und Zuversicht für das „Kommende“. Wenn Du bleispezifische Fragen hast – ich schaue meine Mails regelmäßig durch.

  17. Kommentar by Julia — 2. August 2010 @ 05:21

    Asymetrie zwischen Bleischwer und Luftigleicht – ganz wie die Gegensätze in Georgs Leben zwischen handfestem und virtuellem Wort, zwischen Familienleben und virtueller Welt.
    Und in mir die Asymetrie des sich beflügelt fühlens durch seine Gedanken und des sich ausgebremst fühlens durch seine Tasache… die eine, die so unwahrscheinlich fern lag noch einige Tage zuvor. Noch immer finde ich mich mit der denkbaren Möglichkeit nicht ab, dass „das weit besser für alle“ sein könnte… Konjunktiv… könnte… dass weiterzuleben weit schmerzlicher gewesen sein könnte…. Konjunktiv… könnte…. als der Tod. Absurd genug, dass er ohne den Krebs in seinem Körper starb? Dieses Kuckucksei musste weg. Es kam weg… und er ging. Doch was kommt jetzt?

    Kommt jetzt etwas, das bleibt? Blei-bt? Die Trauer überdauert, wie dafür geschaffen ist als die Fortführung seines Werkes und seiner Liebe zu den Dingen? Ich, Idealistin, ich darf davon träumen… ich, Realistin, könnte ggf. dabei helfen… ich, Pessimistin, habe die Befürchtung, dass nichts Handfestes bleibt. In meiner Hand ist von alledem nichts. Hannah.. in deiner vielleicht? Ich könnte Wege wissen, falls einer sie gehen will und kann.

    Aus der Dissonanz aller meiner Empfindungen heraus habe ich einige Zeilen herunter geschrieben, eine Essenz weitab aller Vollständigkeit. Nehmt alle Leserhythmen, die ihr finden könnt – alle davon sind Teil des Textes und so vielfältig wie Georgs Persönlichkeit. Ich habe ihn stets mit einem Zebrano-Kantholz verglichen… gradlinig, kantig… aber auf seine Art edel und vielschichtig wie die hellen und dunklen „Zeilen“ der markanten Maserung. Eine Grußtafel aus Zebrano liegt jetzt in seinem Grab: Darauf sind einige Zeilen, ein Bleistück… und eine Sonne. In mir schwelt eine unausgesprochene, „herrenlose“ Freundschaft, hängt in der Luft und weiß nicht wohin. Sie ist umgeben von einer gnadenlosen Ernüchterung und vielen trotzigen Fragen. Ich glaube, so geht es nicht mir allein.

    Leise grüßend,
    Julia


    Was ist da, hinter dem Horizont?
    Bleischwer und luftigleicht….

    Der, der mit Worten umging,
    Wo geht ER jetzt um?
    Der, der ging, der ging warum?
    Ging wohin, und überhaupt…..
    Was ist da, hinterm Horizont?

    Der, der Worte als schwere Brocken trug,
    Und nicht müde wurde von Neugier,
    Nur müde wurde von Brocken und Trug,
    Umgeht er was? Weiß er jetzt mehr?

    Der, der den Rhythmus fand,
    Der, der das Leben liebt,
    Der, der am Abgrund stand
    Der, der jetzt Manna siebt,
    Der, der schwer trug an sich,
    Der, der von Pflichten sprach
    Der, der die Lücke macht
    Der, der jetzt leise lacht…?

    Der, der das Lebensband
    Mit langer Nummer trug
    Der, der mit seiner Hand
    Bleisatz zusammentrug…

    Stück für Stück, sammelnd
    Umgab er sich mit Buchstaben,
    die im Kopf zu Worten wurden.
    Bleischwer zu luftigleicht,
    er gab sie uns erst zweifelnd…
    hat uns bald tief erreicht.

    Was wäre wenn, wie wäre das,
    Wenn das nicht aufhört, was
    wenn das weitergeht, was
    er jetzt drüben schreibt, das

    Künftig weitergeht –
    auch im Hier?

    Hier ist, wo wir sind,
    doch nicht alle von uns sind
    die, die Dinge in seinem Sinn
    weiterführen werden wenn
    runder Tisch nicht steht,
    um welchen einig sind,
    ohne Gegenwind:
    Alle… und das Kind.

    Wer die Rechte hat,
    der die Pflichten hat.
    Wem die Gier nichts kann,
    der im Lichte geht.
    Wer nach Schönem strebt,
    dem ihr Hilfe gebt.
    Wem er Ehemann,
    den er darum fleht…

    Was ist wie, was wäre wenn….
    Was, wenn alles würde gut?
    Was, wenn dir und ihm und mir
    der Gedanke gäbe Mut?

    Bleiernschwere Lider,
    luftigleicht im Licht…
    Kommt er jemals wieder?
    Den vergess’ ich nicht.

    Lebt man wirklich einmal,
    wird man nie geklont?
    Ist er glücklich diesmal,
    hat er uns geschont?

    Nichts wächst je symmetrisch,
    Das sei hier betont –
    Und was war da nochmal,
    hinterm Horizont?

  18. Kommentar by thomas gravemaker — 10. August 2010 @ 14:59

    Hello Hannah, until now I’ve had every day I reminder of Georg, checking my accounts, I noticed his invoices, opening up a box last weekend, I found some boxes of fine spaces that he sent me as a present. It’s a strange and empty feeling. I expect every day to read: hello, I’m back! My Betriebsferien are over. How are you doing, will you continue with the Magazin? Or are you not into the printing and typesetting business? Kindest regards from Thomas.

  19. Kommentar by Gudrun — 19. August 2010 @ 22:28

    Ich bin wieder da! Leider ist der Urlaub zu Ende! Um mir ein bisschen Freude zu bereiten, bin ich heute nach der Arbeit nach Köln gefahren. Da habe ich mir das Kolumba angesehen, das Diözesanmuseum. Toll, wirklich beeindruckend! Es gibt da einen Lesesaal mit Holzverkleidung und gemütlichen Stühlen, die einladen zu lesen. Es gibt da ein Regal mit ca 40 Büchern, in denen man lesen darf. Ich habe geguckt, was da so steht und da steht tatsächlich eine Ausgabe von Michel de Montaigne „Von der Lust das Leben zu lieben“!!! Den hatte Georg doch mit ins Krankenhaus genommen, zur Erbauung seines Geistes! Ich habe willkürlich aufgeschlagen und da stand doch tatsächlich der Satz: „Freundschaft zu Frauen – Krönung im Konjunktiv!“ – da wurde mir schlagartig klar, dass wenn Herr Georg Kraus da im Jenseits irgendwo Monsigneur Michel de Montaigne trifft, sie sich beide einig sein werden – ich musste grinsen und das Tränchen, das über meine Wange lief, wurde weggewischt, genau wie die Tränen, die im Urlaub kamen, wenn ich Raben sah oder Holzlettern in einem Trödelladen fand… Georg so nah und doch so unendlich fern!

  20. Kommentar by Hannah — 21. August 2010 @ 19:58

    Hi Thomas, sorry vor unlocking your comment so late – never thought of looking into the dashboard of this blog, because I was sure all comments will be unlocked automatically.
    I’m not sure if I will continue the Magazin – I really, really love the typesetting things, the prints, the letters .. everything. But I’m not sure if my knowledge is enough to continue the Magazin.
    I’m thinking about trying, because I think as my Dad did: Everything is possible. So maybe I will try and see how it goes. ; )

  21. Kommentar by Gudrun — 23. August 2010 @ 21:44

    Heute habe ich die „Spex“ gekauft, weil darin ein Interview mit Christoph Schlingensief abgedruckt ist. Ich habe vor einiger Zeit sein Buch „So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein“ angefangen zu lesen. Es ist unglaublich wie dieser Mann schreibt, auch über seine Krankheit. Einiges hat Georg ähnlich beschrieben, in gesprochenen und geschriebenen Worten, wohl nur nachvollziehbar, wenn man selber in so einer Situation ist. Ich weiß nicht, wie das ist in so einer Situation, Georg und Schlingenseif wussten es. Jedenfalls, Schlingensief äußert sich in diesem Interview übers Schreiben: „Die Zeit, die vergeht, und das Schreiben hängen eng zusammen, denn das Schreiben hat ein zeitlich unberechenbares Moment. Und zugleich hängt alles mit allem zusammen“. Da fand ich noch mal sehr gut zusammengefasst, was Georg kurz vor seiner Operation bewegte: zu schreiben und andere damit zu erreichen und dabei immer von der eigenen Zeit, den eigenen Umständen abhängig zu sein. Alles hängt mit allem zusammen, nichts steht für sich alleine. Und wer versteht einen Schreiber, der in einer Situation ist, in der man selber nicht ist? – Schade, dass wir nicht mehr drüber philosophieren können…

  22. Kommentar by Pierre Ranger — 25. August 2010 @ 23:25

    Hello Hannah and Familie Kraus.

    I was very saddened and distressed to learn of Georg’s death. Please accept my sincere condolences and sympathy. Hannah, my own father died at the age of 52, and it was after an unsuccessful operation and a week of struggling for his life – and we were there with him as a family when we died. You have shown a lot of courage and you are lucky to be surrounded by loved ones at this time. I hope you are all being a strength and support to one another.

    Georg and I talked on the phone on 8 July – he told me that he was going in for a serious operation and his life was at risk.

    I have read the many wonderful tributes to your father from the online letterpress community – I hope you have seen them too. I was enjoying corresponding with him and was excited about a developing friendship (thank goodness for his English – he told me that he used to manage Canadian hockey players, and he liked „Canucks“).

    Yours,
    – Pierre Ranger

  23. Kommentar by schwester maria — 13. September 2010 @ 20:47

    liebe Fans von Georg,
    ich wollte nie wieder in diesem blog schreiben. aber mein bruder kommt oft in meine träume. er ist einfach da. und guckt mich an. ich glaube, ich weiss was er mir sagen möchte… ich wollte ihn einfach nur bei seinem vater unter dem wunderschönen dicken baum lassen. das hate er sich an meisten gewünscht. meine ma hat er 1 tag vor seiner op gefragt – es war sonntag und sie besuchten das grab meines vaters – was meinst Du mutter – er sagte immer Mutter – könnte ich nicht auch mal dort mit in das grab? es ist hier so friedlich. und meine Ma versprach es ihm. nicht ahnend dass es so bald sein würde.
    es ist tatsächlich eine aufgehende sonne auf dem grabstein. mein vater war angler und da steht man in aller herrgottsfrühe auf….
    meine familie hat für georg allerdings einen extra stein bestellt, einen findlin in der gleichen farbe.wir versuchen so wie es am besten geht unser leben weiter zu leben. meine schwester hatte uns zum essen eingeladen. das war hart. es war das erste essen ohne georg. und keiner von uns hatte lust UNO zu spielen. ja das war ein paar wochen vor seinem tod und das werde ich nie vergessen. weil es die letzte leichtigkeit war, die wir gemeinsam mit ihm hatten. ich sage nicht erleben durften- das wäre ja so als hätten wir eine ahnung gehabt.
    georg kann in uns und mit uns nur weiter da sein über den austausch von erinnerungen. wenn der kontakt nicht bestehen bleiben wird – wird jeder den georg kennen, den sie oder er kannte: den vater, den bruder, den freund, den fachmann,den autor… aber kann man sich überhaupt ein gesamtbild eines menschen machen? ich glaube nicht….aber wir sind nun mal menschen mit sonne und schatten,mit höhen und tiefen. ich finde es immer wieder spannend etwas aus dem leben meines bruders zu erfahren – etwas was ich noch nicht kannte…
    aber wie sagte er immer: alles wird gut!
    in freundschaftlicher verbundenheit grüße ich seine Freunde

    liebe freundschaftlich

  24. Kommentar by Thomas Kersting — 13. September 2010 @ 22:28

    Wie so oft komme ich vom Rhein geradelt und schaue gewohnheitsgemäß in der Preußen-Blog, obschon seit Wochen schon kein neuer Beitrag erschienen ist…

  25. Kommentar by Julia — 14. September 2010 @ 10:46

    Ich kenn da so ein Lied….

    http://www.youtube.com/watch?v=sOzMWu0awMY&a=GxdCwVVULXcxS1GFTlpBgAEvMdaKsgoP&list=ML&playnext=2

    „Die Toten Hosen – Nur zu Besuch“

    Vielleicht gefällts dem einen oder anderen.

    Gruß,
    Julia

  26. Kommentar by Gudrun — 14. September 2010 @ 21:22

    @ Maria: es ist gut, wenn man seinen Wünschen und Gefühlen nachgeht. Auch wenn du dachtest nie mehr etwas hier schreiben zu wollen und es nun doch willst, ist es doch gut so. Es wird sich alles immer wieder verändern und auch solche Bedürfnisse. Manchmal möchte man sich gerne erinnern und manchmal eben nicht, hängt ja auch davon ab, wie es einem gerade so geht. Ich finde es schön, dass du was geschrieben hast!!!

    @ Thomas: Ich habe auch jeden Tag hier rein geguckt. Ritual? Es nicht lassen können? Und manchmal auch die Bestätigung: ja, er ist weg, er schreibt nicht mehr, er kommt nicht wieder… ich hatte aber auch gehofft, dass du dich hier mal meldest. Willst du mal kommen und Georg besuchen?

    Viele Grüße an alle, die hier auch immer wieder reingucken und nichts schreiben mögen..
    Gudrun

  27. Kommentar by thomas gravemaker — 16. September 2010 @ 05:20

    Guten Morgen, das Preussen-blog ist noch immer ‚Top-Site‘ auf meinem Computer. Keiner Tag geht vorbei ohne Gedanke an Georg!
    Viele Grusse, ‚Pariser‘ Thomas.

  28. Kommentar by Thomas Kersting — 17. September 2010 @ 23:02

    Jetzt ist kein brauchbares Wetter mehr und ich komme nicht mehr vom Rhein geradelt… und schaue nicht mehr so oft in den Preußen-Blog! Alles ändert sich – und die Bleisetzer-Seite ist schon gestorben.

    @Gudrun: Ich hatte Dir eine Mail geschrieben auf Deine nette Karte, ist nichts angekommen?

  29. Kommentar by Gudrun — 18. September 2010 @ 07:14

    @ Thomas: Neiiiiin, keine mail ist angekommen, wahrscheinlich nicht leserlich genug, meine Adresse? aber dann hättest du eine Fehlermeldung kriegen müssen…?! Wenn aber meine Karte angekommen ist, dann habe ich deine Telefonnummer und rufe dich mal an!

    Ich hoffe, dass die Bleisetzer Seite wieder belebt wird, Hannah hat doch eine Meldung geschickt, dass sie bald wieder funktionieren soll…?! Hoffentlich!

    Gudrun

  30. Kommentar by Hannah — 18. September 2010 @ 08:01

    Auf der Bleisetzerseite steht doch in einem ähm, zugegeben nicht sehr hübschen grauen Kasten, dass wir an der Seite arbeiten. Das würd ich ja da nicht hinschreiben, wenns nicht die Wahrheit wäre ; )

  31. Kommentar by Thomas Kersting — 23. September 2010 @ 21:52

    Ich dachte ja nur, weil da „einige Tage“ steht. Diese Formulierung ist zwar äußerst dehnbar aber doch inzwischen ziemlich überschritten!

    Gruß
    Thomas

  32. Kommentar by Hannah — 23. September 2010 @ 21:55

    Ja, da stimm ich völlig zu. Als wir den die Seite vorerst offline nahmen, war uns nicht klar, wie groß der ganze Aufwand bezüglich der Lagerbestände etc. werden würde, wie ich zugeben muss.

  33. Kommentar by Hannah — 13. Oktober 2010 @ 12:53

    http://www.bleisetzer.de ist nun wieder erreichbar.

  34. Kommentar by Hannah — 19. Oktober 2010 @ 13:47

    Gudrun hat mich gebeten, ein Bild von dem Baum meines Dads hochzuladen .. Der ist ganz herbstlich geworden: http://www.preussen-blog.de/wp-content/uploads/IMG_6223.jpg

  35. Kommentar by thomas gravemaker — 20. Oktober 2010 @ 05:55

    Ein guter Mann war er…

  36. Kommentar by Gudrun — 22. November 2010 @ 22:40

    … und wieder ein 22.!!!, der vierte 22. nach Georgs Tod…
    und hier ist Stille – er fehlt!

  37. Kommentar by Thomas Kersting — 22. November 2010 @ 23:01

    Recht hast Du…

  38. Kommentar by Gudrun — 2. Dezember 2010 @ 20:33

    Heute bin ich mit der Bahn zur Arbeit gefahren, weil so viel Schnee liegt. Und in der Bahn habe ich ein Buch angefangen zu lesen und das wäre ein wunderbares Buch für Georg: Jorge Luis Borges „Das Handwerk des Dichters“. Darin beschreibt er genau diese Beziehung des Dichters zu seinem Text und die des Lesers zum gleichen Text ebenfalls und dass man je nach persönlicher Situation Dichtung anders wahrnimmt, sowohl als Leser als auch als Dichter selber… Darüber hatte Georg ja noch philosophiert vor der Operation…
    Wo sind jetzt Georgs Gedanken hin? Wo seine Träume und seine Ideen für Texte? Hat noch jemand in seinem PC Texte gefunden oder hat er sie für jemanden sichtbar hinterlegt, auf CDs oder so? Das kann doch nicht einfach alles weg sein –
    Er hätte dieses Buch noch lesen sollen und weiter schreiben sollen und einfach weiter leben sollen…
    Zuviel Konjunktiv – ich weiß….

  39. Kommentar by Hannah — 29. Dezember 2010 @ 13:33

    Der Baum sieht jetzt so viel trostloser aus ..

    http://aheadwork.de/wp-content/uploads/DSC01577.jpg
    http://aheadwork.de/wp-content/uploads/DSC01579.jpg

  40. Kommentar by Gudrun — 30. Dezember 2010 @ 20:51

    Ja, das stimmt! Ich war am zweiten Weihnachtsfeiertag da, da gab es ein bisschen blauen Himmel…
    Schon fünf Monate georglose Zeit!
    Allen einen guten Beginn für 2011 und viel Gutes und Schönes darin!
    Gudrun

  41. Kommentar by mary — 19. Juli 2011 @ 15:08

    denke sehr oft an georg. er hat mich sehr beeindruckt.

    lg mary

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