Preußisches Bleisatz-Magazin
Arbeitswelt

Scheiße, gerade haben sie hier bei mir eingebrochen 4.545 views 0

Ich hatte mir das Fußballspiel gestern Abend hier im Betrieb angeschaut und hatte danach keine Lust mehr, heim zu fahren. Also habe ich hier geschlafen.

Um 0:30 Uhr werde ich von einem lauten Krach wach. Da hatten die Einbrecher nach der Eingangstür unten auch die schwere Flurtür mit dem Schutzglas aufgehebelt. Davon wurde ich dann wach. War mir schon klar, was das war und ich habe sofort 110 angerufen.

Ganz interessant: Der Mann in der Leitstelle hat die ganze Zeit mit mir geredet, damit die Einbrecher hören, daß ich da bin und hat parallel die zuständige Wache alarmiert. Es wurde auch kurz die Klinke der abgeschlossenen Zimmertür heruntergedrückt, in dem ich nun nicht mehr lag, sondern saß. Komisches Gefühl, ich hab‘ dann doch den erstbesten schweren Gegenstand in die Hand genommen, den ich fand: Die halbvolle Volvic-Flasche neben meinem Bett.

Die Polizei kam innerhalb von vier Minuten mit drei Streifenwagen und sechs Mann Besatzung an. Nebst Diensthund. Ich stand am Fenster und habe ein bißchen blöd «Hallo! Hierher!» gerufen. Dann sind sie durch’s ganze Gebäude und haben kontrolliert, ob die Typen noch da sind. Die Stahltür zu meiner Setzerei haben sie auch aufgebrochen.

Nun sind sie wieder weg. Es fehlt nichts, soweit ich das jetzt übersehen kann.  Zu klauen, was man dann zu schnellem Geld machen kann, gibt es hier sowieso nichts. Das ist ja nur ein normaler Handwerksbetrieb. Aber ärgerlich ist es schon, mit den aufgebrochenen Türen. Jetzt habe ich erst einmal einen Satzschrank von innen vor die Eingangstür geschoben. Das Schloß ist völlig demoliert und schließt nicht mehr. Der Kripo-Beamte sagte, ein richtiger Einbrecher könnte mit einem Brecheisen so gut wie jede schwere Tür schneller aufmachen, als ich mit meinem Schlüssel.

Jetzt ist es 2:00 Uhr und ich geh‘ wohl ‚mal wieder schlafen.

Die deutsche Polizei: Dein Freund und Helfer (keine Ironie). Schon ein gutes Gefühl, daß die so fix hier waren, alle mit ’ner Wumme dabei und ’nem Harras-Fass!.

Langsam habe ich den Verdacht, der Verantwortliche für mein Schicksal hat noch einiges vor mit mir. Na, mal sehen… Also mit ’nem Messer im Rücken gehe ich noch lange nicht nach Hause. Pffft…

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Ergänzung vom nächsten Morgen:

Ist doch was mehr weg, als ich dachte: Mein Handy ist weg. Und in der Großdruckerei, in deren Räumen ich meinen Betrieb habe, sind wohl neue PC mitgenommen worden.

Naja. Gleich kommt der Schlosser und macht alles wieder heile. Und ich muß mich von www.aHeadwork.de beraten lassen, was für ein Handy ich mir jetzt besorge.

Ansonsten geht es denen, die Erfahrung damit haben, nur noch um Vorgangsnummern, zuständigen Ansprechpartner, Versicherung etc. Das ist wohl so.

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