Preußisches Bleisatz-Magazin
Kochen

Curry aus Meeresfrüchten auf Maccheroni 3.632 views 2

Heute am Karfreitag, gibt es natürlich traditionsgemäß Fisch bzw. Meeresfrüchte. Preußen waren schon immer international ausgerichtet, also habe ich mich für ein Curry entschieden. Der Reiz liegt in der Mischung aus scharf und sanft sowie dem Überraschungseffekt für unsere Gaumen: einer süßen Komponente.

Heute war mir nicht nach Reis, der Grundlage eines Currys. Also habe ich Nudeln gewählt, genauer: Maccheroni. Das sind im Prinzip kurze Makkaroni. Denk ich mal… man hat mit diesen Teilen halt nicht das Problem, nach dem Essen das Hemd wechseln zu müssen. Für einen Alleinlebenden wie mich ein sehr wichtiges Argument, denn ich besitze keine Waschmaschine, gebe alles in die recht teure Wäscherei.

Zutaten:
250 g Maccheroni
200 g Flußkrebse
200 g Garnelen
1 große Zwiebel
2 Schalotten
2 Knoblauchzehen
3 Tomaten
200 ml Fischfont
1 Würfel Hummer-Paste
1 Bund Zwiebelspitzen
1 kl. Dose Ananas
125 ml Orangensaft
100 ml Sahne

Salz
Pfeffer
Paprika
Muskat
Curry

Zwiebelschneiden war gestern — heute gibt es die Küchenhexe. Ungemein praktisch, so ein Teil. Zwiebeln, Schalotten vierteln und die beiden geschälten Knoblauchzehen in den Auffangbehälter und drehen, was das Zeug hält. Nach zwei Minuten ist das alles viel feiner gestückelt, als ich es mit meinen unzureichenden Messern hinbekommen würde. Wie? Oh ja, ich weiß, daß es tolle Küchenmesser gibt. Vor der Trennung besaßen wir einen ganzen Messerblock voll davon. Ein jedes XXX Euro wert. Aber bei der gütlichen Trennung haben wir fair geteilt: Sie bekam alles, ich meine persönliche Kleidung, meine CDs und meine Bücher. Themawechsel, bitte.

Die gestückelten Zwiebeln und Knoblauchzehen kommen jetzt mit 2 Eßlöffel Olivenöl in die Pfanne und werden angedünstet, bis sie kurz vor dem Bräunen stehen. Parallel stellen wir einen Topf mit Wasser auf den Herd. Bis das sprudelt, … aber eins nach dem anderen.

Die Zwiebeln beginnen, anzubräunen. Jetzt kommen die Garnelen und das Flußkrebsfleich in die Pfanne und werden kurz angebraten. Gleichzeitig die Tomaten vierteln und in die Pfanne geben. Ich esse unglaublich gern diese länglichen italienischen Tomaten. Die haben Biß und ein ungemein angenehmes Aroma. Sind nur unwesentlich teurer als diese holländischen Wassertomaten, die nach gar nichts schmecken.

Jetzt ist alles gut angebraten und bauen uns ein Sößchen. Allein das Wort «Sößchen» gefällt mir. Es klingt so… so mnjam… Dazu nehmen wir ca. 125 ml Fond. Es gibt Fisch-, Wild-, Geflügel und Gemüse-Fond. Letzterer ist recht neutral, deshalb verwende ich diesen am häufigsten, denn so schmeckt man die einzelnen Bestandteile der Mahlzeit, glaube ich, am besten heraus. Nun füge ich eine dieser kleinen Schachteln mit Hummer-Paste hinzu. Das ist im Grunde genommen heruntergekochter Sud, der in kleinen Blöcken von vielleicht 3 cm Kantenlänge vakuumverpackt wird. Hummer kommt direkt vom Lieben Gott und wurde uns geschenkt, um schon einmal herauszufinden, wie das Pararies schmeckt. Glaubt bloß nicht diese Story vom «Mannah». Wenn ich das Wort bloß schon höre, bekomme ich ein Völlegefühl. Die Paste gut verrühren. Und jetzt würzen wir das ganze, je nach Geschmack, mit wenig Salz, Pfeffer, Paprika, ein bißchen Muskat und Curry. Nach dem Umrühren kurz aufwallen lassen und dann die Herdplatte herunterschalten. Im Prinzip ist das Curry fertig. Aber wir verfeinern das gleich noch.

Jetzt, genau jetzt kocht das Wasser. Gut Salz hinzugeben. Wenn das Wasser mit dem Salz kocht, die Maccheroni ins Wasser geben und 7 Minuten kochen lassen. In dieser Zeit verfeinern wir unser Sößchen.

Dazu nehmen geben wir die Ananasstücke in die Pfanne und den Orangensaft. Beides gibt dem Curry die Süße. Ein wunderbarer Gegensatz zur Schärfe der Gewürze. Dennoch überlagern diese Früchte nicht den Geschmack der Meeresfrüchte, unterstützen diesen eher noch. Sagt man so? Bitte nicht mehr aufkochen lassen, sondern nur umrühren. Zum Schluß kommt noch der Schuß Sahne über die Meeresfrüchte. Der soll nur den Geschmack verfeinern, jedoch nicht einkochen.

So. Die Maccheroni sind fertig. In einem Sieb abgießen. Auf einem Teller anrichten und die geschnittenen Zwiebelpfeifen darüber streuen. (Ich habe das diesmal vergessen und sie zuvor in die Pfanne eingerührt. Das bringts aber nicht wirklich.)
Das Essen ist fertig.

Eine, so finde ich, köstliche Mahlzeit. Nicht zu schwer im Magen liegend, aber mit mehreren, sich ergänzenden und sehr interessanten Geschmacksreizen. Und die Menge reicht locker für zwei gute Portionen, also brauche ich morgen nicht zu kochen.

Maccheron mit Meeresfrüchten

  1. Kommentar by Thomas Kersting — 2. April 2010 @ 21:25

    Das hört sich lecker an – die Optik bemüht allerdings die Phantasie!
    Übrigens: Macheroni (deutsch Makkaroni) werden in ihrer langen, unzerstückelten Form in Italien Bucatini oder Perciatelli genannt. Sie sind ein Abfallprodukt der Spaghettiherstellung, da sie übrigbleiben, nachdem die Spaghetti herausgeholt wurden.
    Guten Appetit!

  2. Kommentar by Preuße — 3. April 2010 @ 06:49

    Guten Morgen Herr Kersting,
    ich nehm’s als Kompliment, ja? Vor vielen Jahren waren meine damalige Frau und ich einmal bei einem „Nobel-Italiener“ in Düsseldorf essen. Der brachte mit viel Pomp und Jedöhns große Porzellan-Platten, abgedeckt mit jeweils so einer silbrig glänzenden Halbkugel, die der Kellner mit Tätäää vor uns hochhob. Darunter war dann auf dem Teller ein wahres Kunstwerk drapiert. Eine Handvoll Nudeln, nein, ein Händchen voll. Und ein bißchen Soße. Und das alles für einen unverschämt hohen Preis.
    Aber gut: An der Optik arbeite ich noch. ^^

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